Zahlen ohne Bargeld oder EC-Karte, sondern per digitaler Bitcoin-Transaktion? Klingt nach alltagsfernem Firlefanz. Doch die Tendenz, die Idee der digitalen Währung in deutschen Unternehmen umzusetzen, steigt.

Das lohnt sich für Käufer und Verkäufer, denn das häufig genutzte Zahlungssystem BitPay veranschlagt keine Transaktionsgebühren. Fälschungssicher und anonym zahlen, ohne Abgaben an Bezahldienste entrichten zu müssen – das ist für kleinere Unternehmen besonders relevant. Deswegen spielen sie bei der Nutzung der digitalen Zahlungsart vorne mit.

Bisher sind diese Angebote nur vereinzelt und vor allem in ökonomischen Nischen zu finden, da entgeht dem Verbraucher leicht, was es alles schon gibt. Fintech Insider hat den deutschen Markt erkundet und fünf praktische Anwendungsbereiche für die Bezahlung mit kryptographischer Technik entdeckt:

Übernachten

Kein Bargeld mehr im Portemonnaie und trotzdem direkt ins Hotel? Das geht im Inland und in europäischen Nachbarländern dank Bitcoins. Die Hotelkette A&O ermöglicht seit kurzem die Bezahlung per Digitalwährung. Für Reisende vereinfacht das den Zugang zum Hotelzimmer, da bequem und einfach über ein Mobile-Wallet bezahlt werden kann. Wallets sind die digitalen Depots, die statt Kleingeld den privaten Schlüssel zur eigenen Bitcoin-Adresse enthalten. Ob vom Rechner Zuhause oder unterwegs mit dem Handy, mit einem Wallet kann von fast überall Guthaben gesendet und empfangen werden.

Frühstücken

In der stürmischen Jahreszeit schmeckt eine wärmende Milch mit Honig besonders gut. Ein anderer verschlingt lieber ein Honigbrot. Bei einem Abstecher in die Magdeburger Börde kann der naturbelassene Honig mit Bitcoins bezahlt und abgeholt oder auch bestellt werden. Wer’s eilig hat, findet alles was es zum Frühstück braucht online bei Edeka oder lässt sich süße Leckereien liefern. Die Rechnungen können per Kryptowährung beglichen werden.

Grüner Einrichten

Noch wärmer als ein heißes Getränk halten Mütze, Schal und Anorak. Fehlt etwas zum Warmhalten? Dann kann nicht nur auf den Zug der Digitalisierung aufgesprungen, sondern auch der Trend der Naturmode getestet werden: Nachhaltig konsumieren und die Rechnung mit Bitcoins begleichen. Das geht bei dem Kauf von fair produzierter Kleidung aus kontrolliert biologischen Stoffen.

Das neue Lieblingsstück braucht auch einen angemessenen Aufbewahrungsplatz. Dafür eignen sich zum Beispiel restaurierte antike Möbelstücke. Aus alt macht neu passt gut zu dem Gedanken der Nachhaltigkeit. So sieht das auch y-Bit. Das Unternehmen hilft den eigenen Arbeitsplatz grüner zu gestalten. Dabei setzt es auf innovative Technik und bezieht im eigenen Standort Ökostrom. Beide Einrichtungsmaßnahmen verursachen Kosten, die mit Bitcoins bezahlt werden können.

Geben und Nehmen

Bitcoins werden noch nicht überall akzeptiert, aber es gibt deutschlandweit vielfältige Angebote. Von Steuerberatung und Rechtsbeistand über Restaurants bis hin zu Sportartikeln, Wellness- und Gesundheitsangeboten reicht das Spektrum der Dienstleistungen. Hier den Überblick zu behalten ist nicht leicht. Aber dank verschiedener Websites kann gezielt gesucht werden, wo die eigenen Wünsche mit Bitcoins realisert werden können.

Wer nicht nur Nehmen, sondern auch Geben möchte, kann die digitale Währung zum Spenden nutzen. Ein Einsatz für Umwelt, Bildung und gegen Armut sind möglich.

„Kann ich mit Bitcoins zahlen?“

Ein kleines, aber feines Angebot an deutschen Bitcoin-Akzeptanzstellen gibt es also bereits. Der Kundenwunsch, transparent und direkt bezahlen zu können, treibt die Akzeptanz der digitalen Währung auch international voran. Per Petition machen sich zum Beispiel Amazon-Nutzer für die Einführung von Bitcoin als neues Zahlungsmittel stark. Schnell, einfach und ohne Währungsgrenzen handeln – solche Vorteile mittels eigener Kryptowährung zu nutzen, wäre auch für das traditionelle Bankwesen interessant. Wie die Entwicklung weitergeht, ob Bitcoin oder doch eine andere digitale Zahlungsart den breiten Markt erobern wird, bleibt spannend.