Blockchain ist eine der spannendsten Technologien derzeit. Sie hat das Potenzial, ganze Branchen umzukrempeln. Häufig hört man von Blockchain im Zusammenhang mit digitalen Währungen wie Bitcoin. Allerdings beschränkt sich das Anwendungsgebiet keinesfalls auf Fintech: die Musikindustrie, die Autobranche und auch digitale Künstler greifen auf Blockchain zurück.

Die Metasuchmaschine für Stellenanzeigen joblift hat nun den Stellenmarkt für Blockchain-Jobs untersucht und herausgefunden, dass viele verschiedene Branchen auf der Suche nach Blockchain-Experten sind – nur nicht Banken.

In den vergangenen zwölf Monaten wurden insgesamt 80 ausgewiesene Blockchain-Experten gesucht. „Absolut sind die Zahlen noch recht klein, relativ gesehen entwickelt sich die Nachfrage bzw. der Personalbedarf im Blockchain-Umfeld allerdings rasant“, sagt Lukas Erlebach, Gründer und Geschäftsführer von joblift. Alleine 59 % der untersuchten Stellen wurden in den ersten vier Monaten dieses Jahres ausgeschrieben, 42 % mehr als im gesamten Jahr 2016. Die meisten Stellen, 29, richteten sich dabei an Entwickler, gefolgt von Beratern (acht Anzeigen) und wissenschaftlichen Mitarbeitern (sieben Ausschreibungen).

Keine Blockchain-Jobs bei Banken ausgeschrieben

Ein Viertel aller geschalteten Jobs (20 Stellenanzeigen) kommen aus der Branche für Informations- und Kommunikationstechnologie. Neun Stellen wurden von der Automobilindustrie ausgeschrieben und acht Jobs kamen von Forschungseinrichtungen.

In der Bankenwelt herrscht dagegen tote Hose: Kein einziger Blockchain-Job wurde von einem Finanzinstitut ausgeschrieben. Joblift vermutet, dass Banken derzeit wohl eher auf externe IT-Dienstleister zurückgreifen. Man kann auch vermuten, dass Banken zunächst versuchen mit ihrem bestehenden Personal, die Technologie zu integrieren. Vielleicht lassen die Finanzinstitute auch andere Branchen einfach vor – als Versuchskaninchen sozusagen. Und wenn der Zug erstmal fährt, kann man später immer noch aufspringen. Im Zweifel kann man ja immer noch ein Fintech aufkaufen, das die nötige Technologie bietet. Über die Hintergründe kann man hier nur spekulieren – trotzdem wird man den Eindruck nicht los, dass die Finanzindustrie hier hinterherhinkt.

Basiswissen reicht aus

Joblift hat weiterhin untersucht, was der perfekte Bewerber können muss. Die Ergebnisse waren hier allerdings durchwachsen, ein klares Anforderungsprofil ließ sich nicht erkennen – insgesamt wurden von den Anbietern mehr als 50 verschiedene Qualifikationen aufgelistet.

Am häufigsten genannt wurde das Beherrschen der englischen Sprache (38 Nennungen). Auf Platz zwei rangierte die Kenntnis der Blockchain-Technologie (31 Nennungen). Allerdings reichte meist ein grundsätzliches Verständnis aus – wirkliche Blockchain-„Experten“ wurden also eher nicht gesucht.

Weiterhin sollten die Bewerber grundlegendes Wissen über Kryptographie mitbringen (25 Nennungen) und programmieren können (17 Nennungen). Dementsprechend waren auch Bewerber mit einem Informatikabschluss am gefragtesten (34 Nennungen).

Blockchain-Jobs erfordern Teamfähigkeit

Deutlich einheitlicher war das Bild bei den „Soft Skills“: Teamfähigkeit wurde 29 mal genannt, eine ausgeprägte Kommunikationsfähigkeit wurde 23 Mal erwartet und selbstständiges Arbeiten wurde 20 Mal erwähnt. Insgesamt gab es nur 12 verschiedene Eigenschaften, die von den Anbietern genannt wurden.

Infografik zum Blockchain-Jobmarkt